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Ausgeschlafen

Kindersicherheit im Haushalt: Messer, Gabel, Schere, Licht …

... sind für kleine Kinder nicht, belehrte schon unsere Großeltern der Klassiker im Kindererschrecken, der Struwelpeter. Doch die Liste lässt sich heute durchaus verlängern. Vom Kinderbettchen bis zur Steckdose lauert Verletzungsgefahr und mehr auf die Kleinen, die man aber entschärfen kann, wenn man drüber nachdenkt. Stellen wir uns ins Kinderzimmer und sehen uns um.

Kinderbetten sind mittlerweile einigermaßen sicher, wenn sie der DIN EN 716-1 „Kinderbetten und Reisekinderbetten für den Wohnbereich“ entsprechen. Das bayerische Verbraucherministerium hat dazu Informationen ins gestellt.
Wichtig ist die Einhaltung folgender Maße, damit Ihr Kind sich nicht einklemmen kann und dadurch möglicherweise in tödliche Gefahr gerät:
• Der Abstand zweier Bauteile (z.B. der Gitterstäbe) oder der Durchmesser von Öffnungen muss
mindestens 45 mm betragen und darf selbst unter Belastung 65 mm nicht überschreiten.
• Der Spalt zwischen Boden und Gestell darf maximal 25 mm groß sein.
• In der höchsten Stellung des Bettbodens muss der Abstand zur Oberkante mindestens 30 cm betragen.
• In der niedrigsten Stellung des Bettbodens muss der Abstand zur Oberkante mindestens 60 cm betragen.
• Die Dicke der Matratze sollten Sie dann so wählen, dass der Abstand Matratze – Oberkante Bett
mindestens 50 cm (niedrigste Stellung) bzw. 20 cm (höchste Stellung) beträgt.
Dann ist z.B. ausgeschlossen, dass ein Kind seinen Kopf zwischen den Stangen des Bettes einklemmen kann und die Aufhängung des Lattenrostes hält es aus, wenn das Bett mal zur Hüpfburg auch für ältere Geschwister umfunktioniert wird. In Reichweite des Bettes sollten auch keine Lampen angebracht sein, die das Kind selber einschalten bzw. dran ziehen kann. An eingeschalteten Lampen kann man sich – je nach Bauart – schnell mal die Finger verbrennen. Oder der kleine Entdecker schraubt mal die Birne aus der Fassung: Das gibt schnell Scherben, oder die kleinen Finger wollen mal eben die Kontakte überprüfen?

Überhaupt Strom. Blicken wir jetzt mal über das -Kinderzimmer hinaus: Dass Steckdosen mit einer Kindersicherung Kindersicherheit2kausgestattet sein sollten, dürfte sich rumgesprochen haben. Nur dran halten, tun sich längst nicht alle. Es gibt Kinder, die interessiert das eingemauerte Schwein überhaupt nicht, andere sind geborene Helden und wollen die arme Kreatur auf jeden Fall befreien. Und ein paar rumliegende Stricknadeln könnten doch das richtige Werkzeug sein, oder? Steckdosen kann man mit einfachen und preiswerten Sicherungen nachträglich absichern, ohne den Gebrauchswert einzuschränken. Das gilt auch für Verlängerungen und Verteilersteckleisten. Wer so etwas neu kauft, kann dann ja auch gleich drauf achten, dass die Kindersicherung eingebaut ist. Die Schutzklappen in diesen Steckdosen öffnen sich nur, wenn beide Seiten gleichzeitig eingedrückt werden .

Für Kinder, die krabbeln können, sind auch Türen eine Gefahr. Schließlich kommen sie nicht an die Klinke, da muss die Tür doch auch anders zu zu kriegen sein? Dann fasst man eben um die Kante und zieht die Tür mit Schwung zu? Kindersicherheit3kOder die älteren Geschwister passen beim Toben nicht auf? Möglichkeiten, die Finger in die zugehende Tür zu kriegen, gibt es viele. Für die private Wohnung reicht es vielleicht ein Schaumstoffpolster weit oben an der Tür zu befestigen, so dass die Tür immer fünf bis zehn Zentimeter offen gehalten wird. Alternativ gibt es sonst Bügel aus Kunststoff, mit denen die Tür fest gesetzt werden kann. Der Bügel wird dazu einfach zwischen Fußboden und Tür geklemmt (gesehen im Elch-Möbelhaus).
In Kindergärten und anderen öffentlichen Einrichtungen müssen sogar die Angelseiten der Tür mit einem Greifschutz versehen werden, denn natürlich passen die kleinen Finger auch in den Spalt, der sich da öffnet. Ob das für zu Hause auch nötig ist, sollten die Eltern entscheiden.

Für die etwas größeren Kinder können Fenster zur Gefahr werden, wenn man die Rangen mal alleine lässt: Den Stuhl zum Fensterbrett schieben ist kein Problem, draufklettern auch nicht. Wenn der Nachwuchs dann an den Fenstergriff kommt, wird es spannend: Schafft er es, den zu öffnen oder geht der Griff zu schwer? Wenn er es schafft, kann er rausfallen, muss aber nicht, würde Rüdiger Hoffman sagen. Dagegen helfen abschließbare Griffe an den Fenstern. Aber nur, wenn der Schlüssel nicht überall steckt, versteht sich. Diese Griffe gibt es im Baumarkt und im Fachhandel. Sie helfen übrigens überhaupt gar nicht gegen Einbrecher, wie einige vielleicht immer noch denken. Einbrecher hebeln im Zweifelsfall mit einem stabilen Werkzeug zwischen Flügel und Rahmen das ganze Fenster auf. Dagegen helfen nur noch stabilere Zuhaltungen an den Fenstern. Ob die dann abschließbar waren oder nicht, ist den Einbrechern egal.

Man kann sich die Finger aber nicht nur an Türen und Fenstern klemmen, ganz normale Schubläden oder Schranktüren sind eine ebenso große Gefahrenquelle. Dagegen gibt es verschiedenste Riegel und Abdeckungen, die aber den Alltag nicht unbedingt erleichtern. Sie verhindern, dass Kinder Schranktüren öffnen, weil der Mechanismus so funktioniert, dass ein Erwachsener beide Hände braucht. Das mag an Schränken in Ordnung sein, die man nur einmal am Tag auf und zu macht. In der Küche beim Kochen stört das aber sicher. Dort kann man ja aber auch alle Riegel entfernen und solange man kocht, muss man das junge Volk eben im Auge oder im Laufstall haben.

Apropos Küche: Hier wie auch im Wohnzimmer gibt es sicher Tischkanten – und Ecken, die geradezu auf die Köpfe Kindersicherheit1kvon vorbeitaumelnden Lauflernern lauern, um Beulen und Schrammen auszuteilen. Ein Rundgang auf allen Vieren, also in Kopfhöhe des Kindes, schafft einen Überblick, wo ein Kanten- oder Eckenschutz hingehört.
Der Herd mit seinen heißen Platten, denen man nicht ansieht, dass sie heiß sind, stellt eine große Gefahr dar. Es gibt kleine „Zäune“, die um die Platten gestellt werden. Sie verhindern, dass Kinder vom Boden aus oben auf den Herd fassen können. Wenn die Kinder aber auf die Küchenplatte klettern, können sie natürlich drüber fassen. Hier hilft nur, selber aufzupassen und sich den Mund mit Warnungen fusselig zu reden. Diese Accessoires gibt es im Elch-Möbelhaus ebenso wie im gut sortierten Baumarkt oder im Babyfachmarkt.
Gelegentlich hört man, dass Kinder in die Waschmaschine geklettert sind und die Tür irgendwie hinter sich zugekriegt haben. Wenn die Waschmaschine also in den Keller kommt, ist das sicherer, vom immer mal wieder -platzenden Schlauch ganz abgesehen. In der Küche (oder im Bad oder wo auch immer) werden oft Spülmittel gelagert, die für Kinder wie leckere Limonade aussehen, knallbunte Spülmaschinentabs könnten Riesensmarties sein und der Toilettenreiniger mit der Zitrone drauf ein Brausepulver: Solche Sachen gehören in einen abschließbaren Schrank oder in einen Schrank, der so hoch hängt, dass kein Kinderturmbaumeister dran kommt. Das ist dann übrigens auch der Ort für die Hausapotheke, die Feuerzeuge und die Streichhölzer. Denn: „Konrad sprach die Frau Mamma …“

Diese Artikel stammt aus der Mitgliederzeitung …

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