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Achtung Kleister! So bekommen Sie die Tapete an die Wand

Wer sich für Tapete entscheidet, braucht Kleister, und der muss angerührt werden. Da gibt es für die unterschiedlichen Tapetensorten und -stärken viele unterschiedliche Produkte. Hier hilft eine individuelle Beratung im Baumarkt oder Fachgeschäft Ihres Vertrauens. Egal, wie die Beratung ausgeht, angerührt werden muss der Kleister, und zwar am besten klumpenfrei. Natürlich kann man das mit jedem Besenstil versuchen, aber der Ergebnis wird sicher besser, wenn man in die Bohrmaschine oder den Akkuschrauber einen Mix-Vorsatz für Kleister und Farbe einsetzt. Diese Investition erspart einem Ärger mit klumpigem Kleister, schlecht aufgerührter Farbe, unangenehmem Geruch von eigenem Schweiß und verkrampfte Arme. Aber: Nix übertreiben! Den Mixer langsam anlaufen lassen und das Kleisterpulver nur langsam reinschütten. Wer alles Pulver in Kleister1den Eimer schüttet, dann erst den Rührer einschraubt und sich über Klumpen wundert, sollte es mal mit Puddingpulver üben.
Angenommen, Sie haben diese Prüfung bestanden, dann kommt nun der fast wichtigste Teil des Tapezierens, das Einkleistern. Wer nämlich den Tapeziertisch immer gleichmäßig mit der Tapete zusammen einstreicht, muss sich nicht wundern, wenn später der Wandbehang „so komische Stellen hat“. Besser ist es, ein ganzes Paket gleichlanger Tapetenstücke zu schneiden, sie mit dem „Gesicht“ nach unten auf den Tisch zu legen und zwar alle bündig mit der gegenüberliegenden Tischkante. Nun ziehen Sie die jeweils oberste Bahn mit der vorderen Kante des Tisches bündig. Ergebnis: Der Tisch ist komplett mit Tapetenbahnen bedeckt, kann nicht eingesaut werden und die Tapetenvorderseite bleibt trocken.
Diese Rückseite wird nun mit dem Quast gleichmäßig eingekleistert und auf Hälfte zusammengelegt. Eine Rauhfasertapete sollte etwa 15 Minuten durchweichen, damit sie flexibel wird und Kleister2sich der Wand anpassen kann. Andere Tapeten brauchen andere Zeiten, da hilft nur ein Blick in die Gebrauchsanweisung. Jetzt müssen Sie die Tapete eigentlich nur noch aufbringen und anbürsten. Evtl. noch die Kanten mit der Rolle anpressen. Aber Vorsicht! Einige Tapeten vertragen das nicht, auch hier bitte noch mal in die Verarbeitungsanweisung sehen. Generell wichtig: Der Kleister muss auf der Tapete gleichmäßig verteilt sein, besonders wichtig ist er an den Kanten. Sonst zieht man spätestens beim Anstreichen die Tapete an den nicht gekleisterten Stellen wieder von der Wand. Diese Stellen kann man später nur noch mit Farbe auf Vorder- und Rückseite notdürftig „anpappen“. Sichtbar bleibt diese „Bausünde“ auf immer und ewig. Etwas besser, aber auch aufwendiger ist es, die Farbe trocknen zu lassen, Kleister hinter die Tapete zu streichen und anzudrücken. Das macht aber kaum jemand, denn jede dieser Reparaturen kostet einen Tag Wartezeit, und die hat normalerweise niemand, der eine Wohnung tapeziert. Deshalb lieber beim Einkleistern für gutes Licht sorgen, damit man auch sieht, wo überall schon Kleister ist. Hilfreich ist auch ein Spezialkleber, der eigentlich für besonders schwere Tapeten und Styroportapeten gedacht ist: Ovalit. Damit kann man klaffende Nähte gut nachträglich kleben. Hinter die Tapete bringen, etwas einweichen lassen und andrücken.
Kleister3Für die erste Bahn braucht man – besonders in Altbauten – einen senkrechten Strich an der Wand. Normalerweise sind z.B. Rauhfaser-Tapeten ungefähr 54 cm breit, der senkrechte- Strich sollte ungefähr 50 cm von einer Ecke entfernt mit der Wasserwaage oder einem Lot angezeichnet werden. Wenn die erste Tapete exakt senkrecht klebt, fällt das Ansetzen der nächsten Bahnen leichter, sie „fallen“ fast von selber. Die Bahn bis auf die Fußleiste streichen, einmal mit dem Rücken der Schere durch den Winkel ziehen, um die Schnittlinie zu markieren und einfach abschneiden. Nun Bahn an Bahn kleben, die Nähte möglichst nicht übereinander, sondern nebeneinander. Denn wenn die Bahnen sich überdecken, fällt evtl. Licht vom Fenster so unglücklich darauf, dass die Naht einen Schatten wirft und unschön betont wird. Die Bahnen sollten sich auf der Kleisterschicht mit der Hand einfach verschieben lassen. Geht das nicht mehr, Tapeten abziehen und neuen Kleister der Einfachheit halber direkt auf die Wand streichen. Das kann auch großflächig sinnvoll sein, wenn der Putz beim Drüberstreichen mit der Hand immer noch ein bisschen „sandet“, also sich abreiben lässt. Dann die Wände nochmal mit Kleister vorstreichen.
In Ecken rächt sich Geiz übrigens bald: Wer die Bahnen zu weit (mehr als drei, vier Zentimeter) um Innenkanten oder den Knickpunkt der Dachschrägen herumklebt, kann bald erleben, wie sich die Tapeten beim Trocknen schrumpelig und halbrund aus der Ecke herausziehen. Hier also besser nur kurz überstehen lassen und eine neue Bahn spendieren. Tapeten ohne Muster kann man einfach oben ansetzen. Bei Tapeten mit Muster ist das etwas komplizierter. Hier gibt es auf der Rückseite Markierungen, die dafür sorgen, dass das Muster vorne auch immer schön zusammenpasst und sich nicht verschiebt. Dieser sogenannte Rapport muss als Verschnitt auch beim Einkauf eingerechnet werden. In Fensterleibungen und in Schrägen bedarf das Anpassen manchmal einiger Übung. Leichter geht das übrigens, wenn man diese komplizierten Tapetenstücke zunächst trocken schneidet und dann erst einkleistert und klebt. – Etwas Vorsicht schadet übrigens nichts, wenn man Steckdosen und Lichtschalter ausschneiden will: Da ist in der Regel Strom drauf und den leitet die Schere gut! Also lieber einmal mehr hinsehen.
Sind endlich alle Bahnen an der Wand (Decken kann man auch tapezieren, das geht genauso wie beschrieben, braucht aber einige Übung und am besten auch einen Handlanger, um die Bahnen abzustützen), müssen sie nur noch trocknen. Dazu sind übermäßig aufgedrehte Heizungen gar nicht hilfreich: Die Tapeten darüber trocknen ungleichmäßig und werden schrumpelig. Auch Durchzug ist falsch: Der Kleister trocknet zu schnell und die Bahn fällt von der Wand. Also bei Feierabend: Heizung abdrehen, ein Fenster kippen und morgen geht es weiter.

Diese Anleitung stammt aus der Rubrik „Ratgeber Baumarkt” der Mitgliederzeitung …

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Vorsicht!

Hier riecht es nach Arbeit. Aus der Rubrik Ratgeber Baumarkt unserer Mitgliederzeitung finden Sie hier wechselnd Anleitungen und Informationen, jeweils von uns getestet. Etwas handwerkliches Geschick kann nicht schaden. Aber wenn z.B. auch der Mieter der Nachbarwohnungen an Ihrem frisch eingeschlagenen Nageldübel ein Bild aufhängen kann: Nutzen diesen Link zur Abteilung Technik/Reparaturen.

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